EU-Fahrverbot 2026: Alkoholverstöße & LKW-Führerscheinentzug


EU-Fahrverbot 2026: Das Ende der „Flucht ins Ausland“ bei Alkoholverstößen

Lange Zeit war es eine riskante Grauzone: Ein LKW-Fahrer verliert in Polen oder Frankreich wegen Alkohol seinen Führerschein, setzt sich aber in Deutschland oder einem anderen EU-Land einfach wieder hinters Steuer. Man dachte: „Solange die nationalen Behörden nicht miteinander reden, merkt das keiner.“ Damit ist ab 2026 endgültig Schluss.

Durch die 4. EU-Führerscheinrichtlinie wird die gegenseitige Anerkennung von Fahrverboten rechtlich zementiert. Was das für Fahrer, Altfälle und Speditionen bedeutet, erfährst du hier.


1. Die neue Rechtslage: Ein Verbot für alle

Bisher galt: Ein Fahrverbot in einem EU-Land betraf oft nur das Hoheitsgebiet dieses Staates. Wer dort erwischt wurde, zahlte, durfte aber theoretisch in Deutschland weiterfahren.

Ab 2026 gilt:

  • Zentraler Datenaustausch: Schwere Verstöße (Alkohol, Drogen, tödliche Unfälle, Rasen über 50 km/h) führen dazu, dass das Fahrverbot dem Ausstellungsland des Führerscheins gemeldet werden muss.
  • EU-weite Sperre: Wenn Frankreich dir das Fahren verbietet, gilt dies künftig für die gesamte Europäische Union. Wer trotzdem fährt, begeht eine Straftat: Fahren ohne Fahrerlaubnis.

2. Die „Altfälle“: Was passiert mit Verstößen vor 2026?

Die wichtigste Frage für viele Fahrer: Gilt das auch rückwirkend?

  • Keine automatische Welle: Grundsätzlich gilt im Recht das Rückwirkungsverbot. Verbote, die vor dem Inkrafttreten der neuen nationalen Gesetze (Stichtag in 2026) verhängt und bereits „abgesessen“ wurden, werden nicht nachträglich EU-weit ausgedehnt.
  • Aber Vorsicht bei laufenden Verfahren: Wer zum Jahreswechsel 2025/2026 ein offenes Verfahren wegen Alkohol im Ausland hat, läuft Gefahr, direkt in das neue System zu rutschen.
  • Digitale Erfassung: Deutschland stellt Ende 2026 auf das rein digitale Fahreignungsregister (FAER) um. Die Polizei kann dann in Echtzeit europaweit prüfen, ob eine Sperre vorliegt.

3. Die MPU-Falle: Warum „einfach weiterfahren“ nicht funktioniert

Viele ausländische Fahrer denken, sie könnten nach Ablauf einer Sperre in Deutschland einfach wieder fahren. Doch wer mit Alkohol am Steuer (oft ab 1,1 oder 1,6 Promille) erwischt wurde, muss in Deutschland zwingend eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) machen.

  • Das Problem: Ohne MPU-Nachweis wird die Fahrerlaubnis in Deutschland nicht wieder zugelassen.
  • Die Strafe: Wer ohne diese Zulassung fährt – auch wenn er einen gültigen ausländischen Führerschein hat – fährt ohne Fahrerlaubnis. Das endet oft in einer saftigen Geldstrafe oder sogar Freiheitsstrafe.

4. Das Risiko für Speditionen: LKW ohne Fahrer & Vertragsstrafen

Für Disponenten und Spediteure ist diese Änderung ein Albtraum, wenn sie nicht vorbereitet sind.

  • Haftung des Halters: Wenn ein Spediteur zulässt, dass ein Fahrer ohne gültige EU-Fahrerlaubnis fährt, macht er sich selbst strafbar (§ 21 StVG).
  • Vertragsstrafen: Ein LKW, der bei einer Kontrolle an der Grenze wegen eines EU-weiten Fahrverbots stillgelegt wird, sorgt für massive Lieferverzögerungen. Die Folge sind hohe Pönalen und der Verlust von Kunden.
  • Kontrollpflicht: Speditionen müssen 2026 noch genauer prüfen: Hat der Fahrer im Ausland offene Verfahren? Ist sein Führerschein in allen EU-Ländern „sauber“?

TruckBear Ratgeber: > „Wir sehen oft gestrandete LKW, bei denen der Fahrer bei einer Kontrolle aus dem Verkehr gezogen wurde. Das Problem ist dann nicht nur die Technik, sondern das Recht. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Fahrer über die MPU-Pflichten und die neuen EU-Regeln aufgeklärt sind, bevor der LKW an der Grenze stehen bleibt.“


Brauchst du Hilfe bei einer Bergung oder stand dein LKW wegen einer Polizeikontrolle zu lange? Kontaktier uns direkt.

EU-Fahrverbot 2026

Offizielles Google‑Profil von TruckBear

Unser Service: